Grüne Hochschulgruppe erhebt Forderungen zum Papierverbrauch der Uni

Forderungen der Grünen Hochschulgruppe im Bereich Kopierpapier und Toiletten- und Handtuchtrockenpapier

Als Grüne Hochschulgruppe fordern wir, dass die Universität Heidelberg in der Wahl ihrer Papierprodukte und im Umgang mit denselben Kriterien des nachhaltigen Wirtschaftens und der Ressourceneffizienz beachtet. Die folgenden Vorschläge zeigen Verbesserungsmöglichkeiten in diesem Bereich auf, die zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beitragen sollen, Einsparmöglichkeiten bieten und die Abfallvermeidung fördern.

1. Umstellung der Voreinstellung „einseitig“ im Druckerserver auf „beidseitig“ by default

2. Umstellung der Voreinstellung „einseitig“ an den Studierenden- und Verwaltungskopierern auf „beidseitig“ by default (technische Machbarkeit muss noch abgeklärt werden)

Die „Einstellung auf beidseitig“ trägt dazu bei, den Anteil an beidseitig gebrauchtem Papier zu steigern. Dieser Schritt trägt klar zu der effizienteren Nutzung der Ressource Papier bei: 100 zu druckende Seiten können auf 50 Blatt Papier gedruckt werden, ohne dass dadurch für den Benutzer Nachteile entstünden. Im Gegenteil: Weniger Papier braucht weniger Stauraum, weniger Ordner, weniger Regale, weniger Platz in Archiven. Diese Maßnahme senkt den Papierverbrauch der Universität dauerhaft  und führt mit sofortiger Wirkung zu finanziellen Einsparungen für dezentral von Instituten bestückte Verwaltungskopierer und Drucker.

3. Einstellung eines 100% Recyclingpapiers 80er Weiße mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ in den Online-Shop der Universität

Um Sigmar Gabriel zu zitieren: „Die Verwendung von Recyclingpapier ist ein klassisches Erfolgsmodell des Umweltschutzes.“[1] Die Vorteile von Recyclingpapier sind in zahlreichen Studien belegt, u.a. in der Ökobilanz des Umweltbundesamtes (siehe Anhang). Um nur einige Vorteile zu nennen: geringerer Energie- und Wasserverbrauch, Klima-, Ressourcen- und Artenschutz. Heutige Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel erfüllen zudem die europäische Norm EN 12281 in Bezug auf Laufeigenschaften. Auch die Archivierbarkeit von Recyclingpapier steht Nicht-Recyclingpapier in nichts nach: Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel erfüllen die DIN 6738 Norm und sind mehrere 100 Jahre alterungsbeständig. Das 100% Recyclingpapiers 70er Weiße, das derzeit im Online-Shop erhältlich ist, ist vielen Nutzern zu dunkel und wird daher ungern eingesetzt. Ein Recyclingpapier höheren Weißegrads könnte die Nutzung von Recyclingpapier an Verwaltungskopierern erheblich steigern.

4. Umstellung der Studierendenkopierer auf 100% Recyclingpapier 80er Weiße mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“

An Studierendenkopierern werden vor allem Seminarunterlagen und Bücher schwarzweiß fotokopiert. Papier mit einem Weißegrad von 100% ist hierfür nicht nötig. Auch Bücher werden oftmals nicht auf reinweißes Papier gedruckt, sondern auf leicht eierschalfarbenem Papier, da dies als angenehmer für das Auge wahrgenommen wird.

5. Einstellung eines Toilettenpapiers und Handtuchtrockenpapiers aus 100% Recyclingpapier in den Online-Shop

Gerade bei Toilettenpapier und Handtuchtrockenpapier ist die Verwendung von Frischfaser eine besondere Verschwendung. Papierfasern, die prinzipiell sieben Mal recyclebar sind, werden nach einmaliger Nutzung der Kreislaufwirtschaft entzogen. Insofern ist der Einsatz von Recyclingpapier in diesem Bereich unbedingt notwendig.


[1] Initiative Pro Recyclingpapier, Broschüre: „Seitenwechsel – Best Practice Recyclingpapier“, erhältlich unter www.papiernetz.de

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